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26 Okt

New Orleans Jazz

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Der New Orleans Jazz hatte seine Hochphase in den Jahren zwischen 1830 und 1960. Die Hafenstadt am Mississippi spielte eine Hauptrolle in der Entstehung dieser Musikrichtung. Aus den noch losen Improvisationen der schwarzen Bevölkerung wurde hier am Anfang des 19. Jahrhunderts das, was damals noch als „Jass“ bezeichnet wurde und was wir heute „Jazz“ nennen.

Musik hat immer ursächlich etwas mit der gesellschaftlichen und sozialgeschichtlichen Situation derer zu tun, die sie prägen. Auf dem amerikanischen Kontinent war die Gesellschaft in dieser Zeit in drei Klassen unterteilt, sortiert von weiß nach schwarz, von oben nach unten. Die obere Schicht bildeten die Weißen, danach kamen Menschen mit gemischter Abstammung. Ganz unten standen die ehemaligen Sklaven. Ihre Lokale waren streng von denen der Weißen getrennt, die in dieser Zeit hauptsächlich Walzer tanzten. So hörte jede Hautfarbe ihre eigene Musik und tanzte nach eigenen Rhythmen.

Nur an einem einzigen Tag im Jahr, dem Karneval, feierten sie alle zusammen. Hier spielten die sogenannten Marching Bands im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Rolle. Sie begleiteten als laufende Musiker neben dem Karneval auch andere Anlässe: Hochzeiten, Beerdigungen oder Volksfeste. In ihrer Mitte entstand das, was wir heute als Jazz bezeichnen.

Einer der ersten, der diesen Musikstil populär machte, war Buddy Bolden. Er improvisierte und spielte die sogenannten Blue Notes „onbeat“; mit jedem Schlag. Schwarze emanzipierten sich dadurch von den üblichen Takten der europäischen Tänzer. Entsprechend der gesellschaftlichen Sortierung blieb der New Orleans Jazz zunächst die verpönte Musik der Unterprivilegierten.

Durch die Marching Bands wurde sie aber aus den Lokalitäten der Schwarzen immer wieder nach draußen getragen. So kam der Jazz dann auch in Chicago an und wurde durch Louis Armstrong maßgeblich geprägt. Hier wurde das Instrumentarium, das bislang vorrangig aus Rhythmusinstrumenten bestand, um Trompete, Piano und Klarinette erweitert.

Noch heute spürt man im Jazz die Ehrlichkeit seiner Entdecker, die ihn direkt aus ihrem Herzen heraus gespielt haben. Aus dem New Orleans Jazz haben sich zahlreiche weitere Jazz-Stile entwickelt. Bis heute wurde diese Musikrichtung kontinuierlich weitergetragen, sowohl von schwarzen als auch weißen Musikern.

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